Respondentenentlastung

Statistik Austria betrachtet die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, von denen sie Daten bezieht, als Partner und bemüht sich, den Bestimmungen des Bundesstatistikgesetzes und dem Leitbild der Statistik Austria folgend, um Minimierung der Belastung, die den Respondentinnen und Respondenten aus Erhebungen erwächst. Die Umsetzung von Entlastungsmaßnahmen und die enge Kooperation mit den Interessensvertretungen der Auskunftspflichtigen sind zentrale Anliegen mit höchster Priorität.

Maßnahmen zur Entlastung

  • Nutzung bestehender Datenquellen (Verwaltungsdaten, öffentliche Register): klarer Vorrang vor eigenen Erhebungen
  • Prinzip der Freiwilligkeit: angeordnete Befragungen nur, wenn freiwillige Auskunftserteilung nicht erwartet werden kann
  • Vorrang von Stichproben: Vollerhebung nur, wenn Stichprobenerhebungen nicht zweckmäßig sind
  • Reduzierung der Stichprobenumfänge durch Änderung von Erhebungsdesigns (z.B. Konzentrationsstichprobe) und Einsatz geeigneter Schätzverfahren, um nicht erhobene Daten durch Schätzungen zu ersetzen
  • Einsatz effizienter, benutzerfreundlicher, Internet-basierter Erhebungsinstrumente

Messung der Entlastung

Im Rahmen des Kooperationsvertrages zwischen WKÖ  und Statistik Austria wurde ein Monitoring-System zur Messung der Belastung der Unternehmen durch verpflichtende Erhebungen der Statistik Austria entwickelt („Belastungsbarometer“). Als zentrale Messgröße zur Erfassung der Belastung wird der Zeitaufwand  herangezogen, der für die Erfüllung der Meldepflichten erforderlich ist.

Gegenwärtig liegen die Ergebnisse des Belastungsbarometers für die Jahre 2001 – 2010 vor. Demnach konnte die Belastung der Unternehmen bei den seit 2001 laufend durchgeführten Erhebungen um insgesamt 18,1% verringert werden. Dieser Rückgang konnte vor allem durch die verstärkte Nutzung von Verwaltungsdaten und neue und effizientere Erhebungsdesigns erzielt werden. Selbst unter Berücksichtigung der seit 2001 neu hinzugekommenen Erhebungen beträgt der Rückgang der Belastung immer noch 14,9%.

Die Hauptergebnisse des „Belastungsbarometers“  werden in den Statistischen Nachrichten und auf der Website „Respondenten-Belastungsbarometer“ publiziert.