Zum Jahresende 2009 waren in Österreich etwas mehr
als
Während die
Diese hohen Anteile sind sowohl ein Effekt der überdurchschnittlichen Größe der auslandskontrollierten Unternehmen – im Durchschnitt weisen sie 56 Beschäftigte je Unternehmen auf, während die gesamtösterreichische Vergleichsmasse nur auf neun Beschäftigte kommt – als auch der in diesem Segment gegebenen besonderen Wirtschaftsstruktur.
Die meisten auslandskontrollierten Unternehmen wurden auch 2009 im Bereich des Handels verzeichnet (42% aller auslandskontrollierten Unternehmen, 33% der Beschäftigten). Etwas mehr, nämlich 34% der Beschäftigten in auslandskontrollierten Unternehmen waren in der Herstellung von Waren tätig, knapp 9% in den „sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen“ wie der Gebäudebetreuung oder der Arbeitskräfteüberlassung, und 6% in Unternehmen mit Schwerpunkt in den Finanz- und Versicherungsleistungen.
Während im Handel der Großhandel den Hauptteil der Unternehmen ausmachte (32% aller ausländisch kontrollierten Unternehmen in Österreich, Einzelhandel im Vergleich: 8%), waren die meisten Beschäftigten des Bereiches im Einzelhandel tätig (19% aller Beschäftigten in auslandskontrollierten Unternehmen gegenüber 12% im Großhandel). Am nächsten unter den ÖNACE 2008-Abteilungen kam diesem Wert der Maschinenbau mit einem Anteil von rund 5%.
Gemessen an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten war innerhalb der auslandskontrollierten Unternehmen die Herstellung von Waren mit einem Anteil von 38% am bedeutendsten, dahinter folgten wiederum der Handel (25%) und die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (9%). Gewichtigste ÖNACE-Abteilung war wie bei den Beschäftigten der Großhandel mit einem Beitrag von 15%.
Gemessen an den gesamten Beschäftigten des jeweiligen Wirtschaftsbereiches streute der Anteil der ausländisch dominierten Unternehmen von unter einem Prozent in der Energieversorgung bis zu 28% in der auch aufgrund ihres Umfanges besonders bedeutenden Herstellung von Waren. Aber auch im Handel war 2009 mehr als ein Viertel der Beschäftigten (26%) in auslandskontrollierten Unternehmen tätig. In einzelnen Teilbereichen trugen ausländisch kontrollierte Unternehmen sogar mehr als zwei Drittel zur Branchenbeschäftigung bei (Herstellung von Kfz und Kfz-Teilen: 72%, Herstellung von pharmazeutischen Erzeugnissen: 83%). Einen Sonderfall stellt die Luftfahrt dar, in der im Berichtsjahr durch den erfolgten Verkauf der AUA der auslandskontrollierte Anteil bei der Beschäftigung auf über 90% angestiegen ist.
Bei dem sowohl für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen, als auch für die Gesamtwirtschaft wichtigen Indikator der Investitionen (genauer: Bruttoinvestitionen in Sachanlagen) brachten die auslandskontrollierten Unternehmen einen Anteil von durchschnittlich 19% auf, wobei sie in den Bereichen Information und Kommunikation und Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (umfasst u.a. die Vermietung von beweglichen Sachen, also das Leasinggeschäft) knapp über, im Handel und in der Herstellung von Waren knapp unter einem Drittel zu den Gesamtinvestitionen beitrugen. Das Gesamtinvestitionsvolumen der auslandskontrollierten Unternehmen betrug 2009 rund 6 Mrd. Euro.
Ähnliche Bedeutung wie die Investitionen weisen die im Rahmen der Auslandsunternehmenseinheiten-Statistik alle zwei Jahre ausgewiesenen Variablen zur innerbetrieblichen Forschung und experimentellen Entwicklung (F&E) auf. Die überdurchschnittlich hohe Forschungsorientierung der auslandskontrollierten Unternehmen drückt sich dabei in einem über 50%igen Anteil (52%) an den gesamten österreichischen Forschungsausgaben im Unternehmenssektor aus (Datenquelle und -referenz für diesen Bereich bildet die zweijährlich durchgeführte Erhebung über Forschung und experimentelle Entwicklung der Statistik Austria). Der absolute Wert der F&E-Ausgaben der auslandskontrollierten Unternehmen erreichte 2009 mehr als 2,6 Mrd. EUR (bei 5,1 Mrd. EUR im Unternehmenssektor insgesamt). Rund die Hälfte des Gesamtbetrages stammt dabei von Unternehmen mit Tätigkeitsschwerpunkt in den „benachbarten“ Wirtschaftsbereichen Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (22% der F&E-Ausgaben der auslandskontrollierten Unternehmen), Herstellung von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen und Herstellung von Kfz und Kfz-Teilen (jeweils 13%). Erst danach folgt der Wirtschaftsbereich Forschung und Entwicklung selbst, mit einem Anteil von 11% (v.a. aufgrund des geringen Ausmaßes an Auslandskontrolle von nur 4,5% der Einheiten des Bereiches). Beim Personaleinsatz für die F&E erreichen die österreichischen Töchter internationaler Konzerne ebenfalls überdurchschnittliche 43% an allen mit Forschung und Entwicklung befassten Beschäftigten, rund jede/r 27. ihrer Beschäftigten war somit in diesem Aufgabenbereich tätig.
Die bestimmenden Unternehmenszentralen für österreichische Unternehmen unter ausländischer Kontrolle befanden sich 2009 in erster Linie
Nach den Beschäftigungsanteilen ergibt sich eine nur geringfügig andere Länderreihung mit leicht abweichenden Prozentanteilen: Deutschland (48%), USA (10%), Schweiz (9%), Italien (5%), Niederlande (4%) und Vereinigtes Königreich und Frankreich (jeweils rund 3%).
Knapp drei Viertel (72%) der auslandskontrollierten Unternehmen wurden somit von Konzernzentralen in der EU gesteuert, die Unternehmenszentralen der restlichen 28% saßen zu knapp drei Vierteln in der Schweiz, in Liechtenstein oder den USA.
Die durchschnittlich größten österreichischen Töchter besaßen 2009 Konzernmütter aus Kanada (mit durchschnittlich 226 Beschäftigten je Unternehmen), Griechenland (215 Beschäftigte) und China (206 Beschäftigte je Unternehmen), die letzten beiden jedoch mit relativ geringen Fallzahlen.
Inländische Töchter deutscher Konzernmütter alleine tätigten 26% der F&E-Ausgaben im gesamten österreichischen Unternehmenssektor, weitere signifikante Beiträge kamen von Tochterunternehmen US-amerikanischer (8%), Schweizer (6%) und kanadischer (4%) Konzerne. Die höchsten F&E-Quoten (F&E-Ausgaben im Verhältnis zum Produktionswert) berichteten Unternehmenstöchter maltesischer, panamaischer und chinesischer Konzernmütter.
Die Statistik der heimischen Unternehmenseinheiten
unter ausländischer Kontrolle umfasst jene (aktiven) Wirtschaftseinheiten,
die zu mehr als
50% unter ausländischer Kontrolle stehen. Stichtag für die
Erfassung der Mehrheitsverhältnisse war für das Berichtsjahr 2009
der
Die Untergliederung der Statistik erfolgt einerseits nach Wirtschaftsaktivitäten der auslandskontrollierten Unternehmen, andererseits nach Sitzland der kontrollierenden ausländischen Einheit. Diese beiden Dimensionen sind gemäß EU-Verordnung in gegenläufiger Detailliertheit zu kombinieren: d.h. je detaillierter die Aktivitätsgliederung, desto gröber die geographische Unterteilung (d.h. im Wesentlichen weniger Merkmalsausprägungen = weniger Länder) und umgekehrt. Zu erfassen sind die NACE Rev.2-Abschnitte B-N.
Laut EU-Verordnung sind für Inward-FATS folgende Variablen jährlich zu erstellen:
In zweijährigem Abstand, beginnend mit 2007, sind zusätzlich folgende F&E-Variablen zu übermitteln:
Diese Größen sind allerdings nur für die NACE Rev.2-Abschnitte B-F an Eurostat zu liefern.
Die Erstellung der Statistik erfolgt jährlich, erstes Berichtsjahr war das Jahr 2007. Die Ergebnisse werden jeweils Anfang Oktober des zweiten auf das Berichtsjahr folgenden Kalenderjahres veröffentlicht (also z.B. Anfang Oktober 2011 für das Berichtsjahr 2009).
Die nationale Verordnung folgt sowohl in der Frage der Gliederungsdimensionen und –tiefe, als auch in der Frage des Merkmalsspektrums den EU-Vorgaben. Eine nationale Abweichung von den EU-Vorgaben ist jedoch der Umstand, dass keine aktivitätsmäßige Eingrenzung der F&E-Variablen erfolgte.
Die Daten wurden für das Berichtsjahr 2008 erstmals nach ÖNACE 2008, der nationalen Version der europäischen NACE Rev.2, ausgewiesen (davor: ÖNACE 2003). Aus diesem Grund können derzeit auch noch keine aussagekräftigen Zeitreihen für die Tabellen nach Wirtschaftstätigkeiten vorgelegt werden
Da eines der wesentlichen Ziele der Inward-FATS-Statistik eine Darstellung des auslandskontrollierten Teiles der Wirtschaft im Verhältnis zur gesamten in der Unternehmensstatistik erfassten inländischen Unternehmenspopulation ist, werden sowohl der Erfassungsbereich als auch die Merkmalsdefinitionen der Leistungs- und Strukturstatistik (zu der die Inward-FATS-Statistik in der Folge in Beziehung gesetzt wird) verwendet. Das bedeutet u.a., dass die Zielpopulation der Inward-FATS-Statistik der gewinnorientierte Bereich der österreichischen Wirtschaft (ÖNACE-Abschnitte B – N und Abteilung 95 des Abschnittes S) ist. Siehe dazu die Ergebnisse der Leistungs- und Strukturstatistik.
Aufgrund der eher geringen Gesamtpopulation sind der Ergebnisdarstellung bei Einhaltung der nationalen Geheimhaltungsregeln relativ enge Grenzen gesetzt.