Als Datenquelle wurden für die weinbautreibenden
Bundesländer Burgenland und Wien die Landesweinbaukataster, für Niederösterreich
und Steiermark die Zentrale Weindatenbank des Bundesministeriums für
Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und erstmalig
für das Bundesland Kärnten der Landesweinbaukataster herangezogen;
die Daten wurden elektronisch übermittelt, plausibilisiert und ausgewertet.
Die Daten der Bundesländer Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg
wurden von der Statistik Austria mittels schriftlicher Befragung der
Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter eingeholt.
Das Ergebnis brachte für Österreich eine bepflanzte Weingartenfläche
von 45.533 ha,
das sind um 2.963 ha oder 6,1% weniger als bei der letzten Weingartengrunderhebung
1999. Niederösterreich bleibt mit 27.184 ha oder 59,7% das größte
weinbautreibende Bundesland Österreichs, gefolgt vom Burgenland mit
13.842 ha (30,4%), der Steiermark mit 3.867 ha (8,5%) und Wien mit 557 ha
(1,2%). Die übrigen Bundesländer verzeichnen einen Flächenzuwachs
von 21 ha im Jahr 1999 auf 82 ha bei der 2009 durchgeführten Erhebung.
Der Trend hin zu größeren Betrieben ist auch bei
dieser Erhebung erkennbar. Trotz des Rückganges der Gesamtfläche nahm
die durchschnittliche Weingartenfläche je Betrieb von 1,52 ha im Jahr
1999 auf 2,26 ha zu.
Der Flächenanteil der Weinbaugebiete im jeweiligen Bundesland zeigt, dass das Weinbaugebiet
Neusiedlersee (Burgenland) mit 7.649 ha oder 55,3% voranliegt, gefolgt
vom Weinbaugebiet Weinviertel (Niederösterreich) mit 13.384 ha (49,2%)
und dem Weinbaugebiet Südsteiermark (Steiermark) mit 2.066 ha (53,4%).
Als Ursache für den Rückgang der Weinflächen können
unter anderem Rodungen und Flächenstilllegungen aufgrund der EU-Rodungsaktion,
Betriebsauflassungen sowie Unwetter und Frostschäden angesehen werden.
Der langjährige Trend von Weißwein hin zu Rotwein
zeigt sich auch bei dieser Erhebung deutlich bestätigt. Während die Weißweinfläche
im Vergleich zu 1999 um 17,5% auf 29.820 ha abnahm, stieg im Gegenzug die Rotweinfläche um 27,2% auf 15.713 ha an.
Hinsichtlich der Rebsortenverteilung steht nach wie vor der Grüne Veltliner
mit 13.519 ha oder einem Anteil von 45,3% an der Weißweinfläche unangefochten
an der Spitze der österreichischen Rebsorten. An die zweite Stelle
reiht sich die Rotweinsorte Zweigelt mit 6.412 ha oder 40,8% der Rotweinfläche.
Mit einem Plus von 47,4% kann der Zweigelt auch den größten Flächenzuwachs
innerhalb der Rebsorten verbuchen.
Betrachtet man die Rebsortenverteilung in den einzelnen
Bundesländern so liegt beim Weißwein im Burgenland (1.473 ha), Niederösterreich
(11.886 ha) und Wien (147 ha) der Grüne Veltliner deutlich voran, hingegen
in der Steiermark der Welschriesling (658 ha) und in den übrigen Bundesländern
der Chardonnay (17 ha). Bei den Rotweinsorten dominiert die Sorte Zweigelt
in den Bundesländern Niederösterreich (3.335 ha), Steiermark (377 ha)
und Wien (44 ha), während im Burgenland und den übrigen Bundesländern
die Sorten Blaufränkisch (3.053 ha) und Blauer Burgunder (8 ha) die Liste
anführen.
Vergleicht man das Alter der Rebstöcke so verzeichnet
die Altersklasse 20 Jahre und älter mit 53,3% den größten Anteil
an der bepflanzten Fläche, während die Altersklassen 3 bis 9 Jahre
und 10 bis 19 Jahre mit jeweils rd. 20% fast gleichauf liegen. Die Altersklasse
unter 3 Jahre beträgt 4,1%. Hierbei handelt es sich um Neuauspflanzungen
- also noch nicht ertragsfähigen Flächen - die mit 1.846 ha einen nicht
unwesentlichen Anteil an der bepflanzten Fläche einnehmen.
Weinernte 2011
Im Jahr 2011 (Stichtag 30. November) wurde auf einer nahezu unveränderten
Fläche von 43.800 ha eine Weinernte von 2.814.800 hl eingebracht, womit der Produktionsschnitt der letzten
5 Jahre um 18% übertroffen wurde. Die extrem schwache Vorjahresernte
wurde damit um fast 1,1 Mio. hl (+62%) überschritten. Auf Weißwein entfielen
1,9 Mio. hl (+25% zum Fünfjahresschnitt) und auf Rotwein 964.400 hl (+5%
zum Fünfjahresschnitt). Grundlegend für diese überdurchschnittlich
hohe Produktion waren allgemein günstige Witterungsbedingungen zur
Weinblüte, die einen guten Traubenansatz brachten. Starke Winter- und
Spätfröste in den nördlichen und östlichen Landesteilen ließen
jedoch vorerst stärkere Ertragseinbußen in exponierten Lagen erwarten.
Letztendlich waren signifikante Ausfälle auf das Burgenland beschränkt,
wo zudem auch massiver Hagelschlag verzeichnet wurde. Aufgrund der weitgehend
optimalen Witterungsbedingungen der zweiten Jahreshälfte mit vielen
Sonnenstunden und ausreichend Niederschlag wurde nicht nur das mengenmäßige
Potential dieses Jahrganges voll ausgeschöpft - auch die qualitativen
Merkmale des Traubenmaterials waren sehr zufriedenstellend.
Im Bundeslandvergleich schnitt das Burgenland mengenmäßig am
ungünstigsten ab. Frost- und Hagelschäden - besonders im Gebiet Neusiedlersee-Hügelland
und im Mittelburgenland - drückten die dortige Weinernte unter den
5-Jahres-Schnitt (694.100 hl; -2%). In den anderen Bundesländern waren
hingegen zweistellige Zuwächse zu verzeichnen. Mit 1,8 Mio. hl legte
Niederösterreich um 22% gegenüber dem Vergleichszeitraum der letzten
5 Jahre zu. So konnte im größten Weinbaugebiet, dem Weinviertel, mehr
als 1 Mio. hl Most (+69% zu 2010; +19% zum 5-Jahres-Schnitt) produziert
werden. Noch markantere Mengenzuwächse notierte die Steiermark auf
295.300 hl (+66% zu 2010; +55% zum 5-Jahres-Schnitt).
Im Hinblick auf die Qualitätsstufen konnte das Segment der Qualitäts- und Prädikatsweine
um 56% auf 2,3 Mio. hl (+11% zum 5-Jahres-Schnitt) zulegen, wobei hier
die stärksten Zugewinne in der Steiermark auf 246.800 hl (+74% zu 2010)
zu verzeichnen waren. Eine Verdoppelung der Produktionsmenge im Vorjahresvergleich
war bei Wein und Landwein auf 498.500 hl gegeben, wobei hier Niederösterreich
mit einem Plus von 129% auf 351.000 hl besonders herausragte.
Weinbestand 2011
Der Weinbestand 2011 verzeichnete mit 2,2 Mio. hl (-19% zu 2010)
den geringsten Wert seit dem Jahr 1998, womit der durchschnittliche
Bestand der letzten 5 Jahre um 20% unterschritten wurde. Nach der äußerst
geringen Weinernte 2010, waren speziell am Weißweinsektor massive Rückgänge auf 1,1 Mio. hl (-23% zu 2010)
auszumachen, aber auch gelagerte Rotweine (1,1 Mio. hl; -14% zu 2010) lichteten
sich beträchtlich.
Qualitäts- und Prädikatsweine verbuchten einen Rücklauf der Lagermenge um
22% auf 1,6 Mio. hl, wobei auch hier Weißweine überdurchschnittlich
(-30% zu 2010) auf 712.900 hl zurückgingen, während Rotweine einen verhältnismäßig
geringeren Rückgang von 14% auf 917.400 hl aufwiesen. Mit einem Minus
von 26% auf 997.300 hl hielt Niederösterreich 61% des Qualitäts- und
Prädikatsweinlagers, gefolgt vom Burgenland mit 492.900 hl (Anteil von
30%) und der Steiermark mit 107.000 hl (Anteil von 7%).
Bei Wein- und Landwein konnte mit 296.400 hl ein Bestandsminus von 31% festgestellt
werden, wobei hier sowohl Rotweine (130.800 hl; -28%) als auch Weißweine
(165.500 hl; -33%) deutlich gegenüber dem Vorjahresstand zurückgingen. Schaumwein und sonstige
Erzeugnisse (116.800 hl; -2%) lagen geringfügig unter dem Lagerstand
des Vorjahres, während Traubenmost (4.700 hl; +90% zu 2010) sowie Wein aus Drittländern mit 7.100 hl um 79% an Lagerstand zulegten.
Im Bundeslandvergleich hielt Niederösterreich mit 1,3 Mio. hl (-23% zu
2010) den größten Weinbestand, gefolgt vom Burgenland mit 570.300 hl
(-19% zu 2010), der Steiermark mit 154.400 hl (+25% zu 2010) sowie Wien
mit 97.300 hl (+4% zu 2010).