Energieeinsatz der Haushalte

Gesamtenergieeinsatz der Haushalte

In den letzten Jahren setzte sich der Trend weg von der Kohle und hin zu Komfortheizungen bei den Hauptheizsystemen weiter fort. Daran haben Pellets und Hackschnitzel einen nicht unwesentlichen Anteil. Ihr Gesamteinsatz stieg von 2007/2008 auf 2009/2010 um weitere 15% von 9.936 TJ auf 11.400 TJ und liegt jetzt mit 4,1% am Gesamtenergieverbrauch der Haushalte deutlich vor dem der Kohle (0,8%). Im Jahr 2000 war das Mengenverhältnis mit 1,5% zu 3,5% (Pellets und Hackschnitzel zu Kohle) noch umgekehrt. Auf Einzelenergieträgerebene liegt der elektrische Strom mit 22,2% oder 61.062 TJ 2009/2010 weiterhin an 1. Stelle. Das Brennholz - mit 19,7% bzw. 53.963 TJ nach wie vor der beliebteste biogene Energieträger - fällt hinter das Naturgas (56.357 TJ) an 3. Stelle, liegt aber weiterhin knapp vor dem Heizöl (52.140 TJ). Betrachtet man hingegen die Energieträgergruppen halten die biogenen Energieträger mit 65.364 TJ bzw. 23,8% trotz leichter Verluste (2007/2008: 65.460 TJ bzw. 24,1%) ihre Spitzenposition vor dem elektrischen Strom mit 22,2%.

Die Fernwärme konnte in den letzten Jahren mit einer kontinuierlichen Steigerung von 6,9% auf 9,9% von 2003/2004 auf 2009/2010 leichte Anteilsgewinne am Gesamtenergieeinsatz verbuchen, während die Erdgas- und Stromanteile mehr oder weniger konstant blieben.

Im Gegensatz dazu verlor Heizöl in den letzten Jahren stetig Marktanteile. Sein Anteil sank von 24,9% 2003/2004 über 20,3% 2007/2008 auf zuletzt 19,0% 2009/2010. Kohle spielte in den letzten 10 Jahren mit Anteilen deutlich unter 2% nur mehr eine untergeordnete Rolle im Haushaltsbereich.

Betrachtet man ausschließlich den Energieträgereinsatz für Raumwärme zeigt sich zwischen 2003 und 2010 eine starke Verschiebung von Öl – sein Anteil sank in diesem Zeitraum um 7,0% von 31,9% auf 24,9% - zu Fernwärme und den biogenen Energieträgern. Fernwärme konnte ihren Anteil um 4,3% von 7,3% auf 11,6% erhöhen, die biogenen Energieträger verzeichneten eine Steigerung um 2,9% von 28,0% auf 30,9%. Die Anteile der Erneuerbaren (Wärmepumpen und Solarwärme) nahmen von 1,1% auf 2,7% zu während jene von Naturgas (rd. 24%) und elektrischem Strom (rd. 4,5%) während des gesamten Zeitraumes mehr oder weniger konstant blieben.

Gastagebuch 2006

Eine Studie im Jahr 2006 über den Gaseinsatz in den Haushalten ergab, dass jährlich 12,80 m³ Gas pro m² Wohnfläche (= 128,34181 kWh) für das Heizen verbraucht werden, für Warmwasser 127 m³ (= 1.274,24193 kWh) und für das Kochen 11 m³ (= 108,67838 kWh) pro Person und Jahr.

Strom- und Gastagebuch 2008 – Strom- und Gaseinsatz sowie Energieeffizienz österreichischer Haushalte

Das „Strom- und Gastagebuch 2008“ stellt eine umfassende Sammlung von Daten zum Strom- und Gaseinsatz der Haushalte in Österreich dar. Im Rahmen einer Befragung in Haushalten wurden der Gerätebestand und seine Nutzung erhoben; zudem wurde von den Haushalten der spezifische Stromverbrauch verbrauchsrelevanter Geräte gemessen. Haushalte mit Gasanschluss meldeten darüber hinaus Daten zum Einsatz von Naturgas für Heizen, Warmwasser und Kochen. Aus den Daten wurde für Verbrauchskategorien wie Heizung, Warmwasserbereitung, Beleuchtung oder Haushaltsgroßgeräte und Unterhaltungselektronik der anteilige Stromverbrauch kalkuliert.

Der Bericht zum „Strom- und Gastagebuch 2008“ beinhaltet die Auswertung des Gerätebestands und den Strom- und Gaseinsatz nach Verbrauchskategorien. Zusatzinformationen über Alter, Größe oder Energieeffizienzklasse der vorhandenen Haushaltsgeräte wurden analysiert und flossen in die Ermittlung des Stromverbrauchs ein.

Waschmaschinen sind im Vergleich zu Kühlschrank oder Herd erkennbar jünger. Etwa 35% der Waschmaschinen sind jünger als 5 Jahre, im Gegensatz zu rund 25% der Kühlschränke und Herde. Wäschetrockner stellen die eindeutig jüngste Gerätekategorie dar, knapp die Hälfte ist jünger als 5 Jahre. Da bisher nur 14% der Haushalte mit einem Wäschetrockner ausgestattet sind, kann man auf ein hohes Wachstumspotential schließen. Für die Beleuchtung wird 8,6% des elektrischen Stroms aufgewendet. Glühbirnen dominieren noch immer, sie stellen 51% der vorhandenen Beleuchtungskörper, nur 7% sind derzeit Energiesparlampen. Hier lassen sich Einsparungspotentiale durch den Ersatz der Glühbirne mit effizienteren Beleuchtungskörpern erwarten.

Ein durchschnittlicher Haushalt hat 2008 einen aus den Ablesungen der Zähler errechneten Gesamtstromverbrauch von 4.417 kWh. Bedeutende Verbrauchskategorien sind der Stromverbrauch für die Heizung (20,6%) und die elektrische Warmwasserbereitung (17,1%). Haushaltsgroßgeräte sowie Kühl- und Gefriergeräte verbrauchen gemeinsam 30% des elektrischen Stroms. Der Stand-by Verbrauch liegt bei 4,2% des Elektrizitätsverbrauchs der Haushalte.

In der Winterperiode beträgt der Stromeinsatz durchschnittlich 14,4 kWh pro Tag. Er ist damit um etwa die Hälfte höher als in der Sommerperiode mit 9,7 kWh. Deutlich mehr Elektrizität wird im Winter für Heizung, Umwälzpumpen, Beleuchtung und Trocknen von Wäsche aufgewendet.

Modellierung des Stromverbrauchs in den privaten Haushalten Österreichs nach unterschiedlichen Verwendungszwecken

Im Rahmen dieses Projekts wurde eine Methode zur Verknüpfung von Datensätzen zum Stromverbrauch im Haushaltsbereich aus unterschiedlichen Erhebungen (Energieeinsatz der Haushalte 2004, 2006, 2008 und 2010 mit dem Strom- und Gastagebuch 2008) entwickelt.

In das Modell wurden neben Informationen zum Heizsystem, zum Gesamtstromverbrauch, zum Stromverbrauch für Raumheizung und Warmwasserbereitung sowie zum Kochen auch sozioökonomische Kriterien (Anzahl der Personen im Haushalt, Rechtsverhältnis am Wohnraum), Gebäudekriterien (Errichtungszeitraum des Wohngebäudes, Wohnnutzfläche, Anzahl der Wohnungen im Gebäude) und regionale Kriterien (urbane vs. ländliche Regionen) aufgenommen.

Die Datensätze wurden für den Zeitraum 2003 bis 2010 verknüpft und eine Prognose für das Jahr 2011 erstellt. Daraus wurden Zeitreihen für die detaillierten Verwendungszwecke von Strom in Privathaushalten generiert.

    
  • Tabelle(n)
  • Grafik(en)
  • Weitere Informationen
  • Dokumentationen
  • Pressemitteilungen
  • Allgemeine Auskünfte

Gesamtenergieeinsatz der Haushalte

Gesamteinsatz aller Energieträger 2009/2010HTMLPDFXLSX
Gesamteinsatz aller Energieträger 2003 bis 2010PDFXLSX
Anteiliger Einsatz aller Energieträger am Gesamtenergieeinsatz aller Haushalte nach Verwendungszwecken 2003 bis 2010PDFXLSX
Anteiliger Einsatz aller Energieträgergruppen am Gesamtenergieeinsatz aller Haushalte nach Verwendungszwecken 2003 bis 2010PDFXLSX
Einsatz aller Energieträger in allen Haushalten nach Verwendungszwecken 2003 bis 2010PDFXLSX
Einsatz aller Energieträger in den beitragenden Haushalten nach Verwendungszwecken 2003 bis 2010PDFXLSX
Einsatz aller Energieträger nach Verwendungszwecken 2003 bis 2010PDFXLSX
Heizungen 2003 bis 2010 nach Bundesländern, verwendetem Energieträger und Art der HeizungPDFXLSX
Fahrleistungen und Treibstoffeinsatz privater Pkw nach Bundesländer 2000 bis 2010PDFXLSX

Strom- und Gastagebuch 2008

Durchschnittlicher Stromverbrauch der Haushalte nach Verbrauchskategorien 2008HTMLPDFXLS
Verteilung des Stromverbrauchs 2008 nach VerbrauchskategorienHTMLPDFXLS
Jahresstromverbrauch alle Haushalte 2008PDFXLS
Tagesstrom- und Tagesgasverbrauch nach Winter- und Sommerperiode 2008PDFXLS
Stromverbrauch nach Jahresabrechnung gesamt 2007 (2006)PDFXLS


Anteile der Energieträger 2003 bis 2010

Anteiliger Energieträgereinsatz für Raumheizung 2003 bis 2010

Energieträgereinsatz für Raumheizung 2003 bis 2010

Energieträgereinsatz für Warmwasser 2003 bis 2010

Energieträgereinsatz zum Kochen 2003 bis 2010

Jährlicher Stand-by Verbrauch 2008

Stromverbrauch an einem Durchschnittstag nach Winter- und Sommerperiode - ausgewählte Verbrauchskategorien 2008

Verteilung des Jahresstromverbrauchs auf die Verbrauchskategorien 2008



Guglgasse 13, 1110 Wien 
Tel.: +43 (1)71128-7070 
FAX: +43 (1) 715 68 28 
info@statistik.gv.at 
Öffnungszeiten: Mo - Fr 8.00 - 16.00 Uhr