Bevölkerungsprognosen

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Zur_interaktiven_DB_button     Hier können Sie Daten zum Thema „Bevölkerungsprognosen“ für Österreich und die Bundesländer interaktiv abfragen!

Die Datenbank „Bevölkerungsprognosen“ beinhaltet einerseits Jahresdurchschnitte seit 1952 sowie Prognosewerte nach 10 Prognosevarianten bis zum Jahr 2075. Die Hauptvariante der Prognose ist als Defaultwert eingestellt, falls keine andere Variante ausgewählt wird. Diese Datenbank beinhaltet auf regionaler Ebene neben Österreich die 9 Bundesländer. Weiters sind die Daten ebenfalls nach 15-jähigem, 5-jährigem und 1-jährigem Alter sowie Geschlecht gegliedert abrufbar.

Ergebnisse der Bevölkerungsprognose 2011

In 20 Jahren wird Österreich 9 Mio. Einwohner zählen

Nach den Ergebnissen der aktuellen Prognose wird die Bevölkerung Österreichs auch in Zukunft weiterhin wachsen, und zwar von dzt. 8,4 Mio. (2010) auf 9,0 Mio. im Jahr 2030 (+7%) bzw. 9,4 Mio.(+12%) im Jahr 2050. Die Altersstruktur verschiebt sich deutlich hin zu den älteren Menschen. Stehen derzeit 23% der Bevölkerung im Alter von 60 und mehr Jahren, so werden es mittelfristig (2020) rund 26% sein, langfristig (ca. ab 2030) sogar mehr als 30%. Die Absolutzahl der über 80-Jährigen steigt bis 2030 von dzt. 405.000 um mehr als die Hälfte (+57%) auf 635.000 an.

Entwicklung der Bevölkerungszahl

Das gesamte Bundesgebiet hatte 2010 im Jahresdurchschnitt eine Bevölkerung von 8,39 Mio. Personen. In Zukunft ist wie schon in der Vergangenheit mit weiteren Bevölkerungszuwächsen zu rechnen. Die jährlichen Wachstumsraten werden auch in Zukunft über drei Promille betragen. Dies bedeutet, dass die Bevölkerung Österreichs bis zum Jahr 2015 auf 8,56 Mio. (+2,1% gegenüber 2010) und bis zum Jahr 2030 auf 8,99 Mio. Personen (+7,2%) steigt. Aber auch nach 2030 ist nach der vorliegenden Prognose mit weiteren Zuwächsen zu rechnen, und zwar auf 9,36 Mio. im Jahr 2050 (+11,6%). Nach dem Jahr 2050 werden trotz der dann schon hohen Geburtendefizite infolge der Wanderungsgewinne weitere, jedoch im Ausmaß geringere, Bevölkerungszuwächse zu erwarten sein. Die für diesen Zeitraum prognostizierten Wanderungsgewinne werden durch die Geburtendefizite weitgehend kompensiert. Gemäß der Modellrechnung bis 2075 unter dann vollständiger Konstanz aller Prognoseparameter wird die Bevölkerung in diesem Zeitraum nur mehr auf 9,40 Mio. Personen zunehmen, das ist gegenüber 2010 immer noch ein Plus von 1,01 Mio. bzw. 12,1%.

Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur

Während die Gesamtbevölkerung in den nächsten Jahrzehnten wächst, verändert sich parallel dazu auch die Altersstruktur. Die Zahl der unter 15-jährigen Personen sinkt in den nächsten Jahren weiter ab, ihr Anteil geht langfristig stark zurück. Die Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren wird hingegen zahlen- und anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Die erwerbsfähige Bevölkerung im Alter von 15 bis unter 60 Jahren wird in den kommenden Jahren vor allem durch Zuwanderung noch leicht anwachsen, langfristig aber wieder sinken.

Im Jahr 2010 lebten in Österreich 1,24 Mio. unter 15-jährige Kinder (14,8% der Gesamtbevölkerung). Infolge der im 21. Jahrhundert niedrigeren Geburtenzahlen als noch in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre wird die Zahl der unter 15-Jährigen in den nächsten Jahren noch zurückgehen. Bis zum Jahr 2013 wird sie auf 1,22 Mio. (-1,3%) sinken. Danach wird sie wieder leicht steigen, sodass ab dem Jahr 2018 wieder mehr Personen unter 15 Jahre alt sein werden als derzeit. Der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung sinkt allerdings langfristig ab, und zwar um einen halben Prozentpunkt auf 14,3% bis zum Jahr 2020. Nach 2030 ist ein Rückgang um einen weiteren Prozentpunkt auf 13,3% bis zum Jahr 2050 zu erwarten.

Im Jahr 2010 standen 5,21 Mio. Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 60 Jahren. In den Jahren bis 2015 wird sich das Erwerbspotenzial noch leicht auf 5,26 Mio. Personen (+1%) erhöhen. Danach werden jedoch deutlich mehr Menschen ins Pensionsalter übertreten, als Jugendliche bzw. Zugewanderte in jüngeren Altersklassen hinzukommen. Dementsprechend wird die Zahl des Erwerbspotenzials auf 4,91 Mio. im Jahr 2030 (-6% gegenüber 2010) sinken und dann langfristig bei etwa 4,9 Mio. stagnieren. Entsprechend verringern wird sich auch der Anteil der 15- bis 59-Jährigen an der Gesamtbevölkerung: Bis zum Jahr 2015 geht er von 62,1% (2010) auf 61,4% zurück. 2030 wird der Anteil des Erwerbspotenzials 54,6% betragen, 2050 schließlich nur mehr 52,2%.

Kräftige Zuwächse sind hingegen ab sofort bei der über 60-jährigen Bevölkerung zu erwarten. Der Zeitraum, der in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als sogenannte „demographische Atempause“ im Hinblick auf den bevorstehenden demographischen Alterungsprozess der Bevölkerung bezeichnet wurde, ist bereits zehn Jahre vorbei. Seit der Jahrhundertwende, aber auch künftig, treten immer stärker besetzte Generationen ins Pensionsalter über. In der jüngeren Vergangenheit waren dies die starken Geburtsjahrgänge um 1940, bald werden es dann die Baby-Boom-Jahrgänge der späten 1950er- und der 1960er-Jahre sein. Auch werden durch die Zugewinne bei der Lebenserwartung mehr Menschen als früher ein höheres Alter erreichen. Zudem sind die nachrückenden Männergenerationen von Kriegsverlusten unversehrt geblieben. Somit wird die Zahl der über 60-Jährigen im Jahr 2015 mit 2,07 Mio. um 7% größer sein als 2010 (1,94 Mio.). Bis 2030 steigt ihre Zahl auf 2,81 Mio. (+45%), bis 2050 schließlich auf 3,23 Mio. (+66%). Das ist ein langfristiger Zuwachs von zwei Drittel des derzeitigen Ausgangsbestandes. Im Jahr 2010 standen noch 23,1% der Bevölkerung im Pensionsalter von 60 und mehr Jahren. Infolge der aufgezeigten Veränderungen werden ab dem Jahr 2018 bereits mehr als 25% der Gesamtbevölkerung über 60 Jahre alt sein und nach 2027 bereits mehr als 30%. Bis zum Jahr 2050 steigt der Anteil der über 60-jährigen Bevölkerung auf 34,5% an.

Das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung nimmt im Prognosezeitraum bis 2050 um 5,5 Jahre zu, von derzeit 41,6 Jahre (2010) auf 47,1 Jahre (2050). Um 1970 lag das Durchschnittsalter der Gesamtbevölkerung noch bei 36,1 Jahren und war somit um 5½ Jahre niedriger als derzeit.

Niederösterreich und Wien wachsen am stärksten

Das Burgenland wird laut mittlerer Variante der Bevölkerungsvorausschätzung künftig steigende Bevölkerungszahlen zu verzeichnen haben. Bis 2020 wächst die Bevölkerung um 3%, bis 2030 um 7% und bis 2050 schließlich um 12%. Grund dafür sind die Wanderungsgewinne und zwar in erster Linie jene gegenüber den anderen Bundesländern Österreichs. Demnach wächst die Bevölkerungszahl des östlichsten Bundeslandes zwischen 2010 und 2050 von 284.000 auf 318.000 an.

Kärntens Bevölkerungszahl wird mittelfristig relativ konstant bleiben, langfristig aber etwas niedriger sein als derzeit. Die internationale Zuwanderung kann die Binnenwanderungsverluste und die negativen Geburtenbilanzen nicht kompensieren. Der Rückgang erreicht bis 2050 rund 2% des Ausgangsbestands, und die Bevölkerung wird dann 547.000 gegenüber 559.000 im Jahr 2010 betragen.

Niederösterreich wird in den kommenden Jahren infolge der verstärkten Zuwanderung weiter stark an Bevölkerung gewinnen und von 1,61 Mio. (2010) bis 2050 um ein knappes Fünftel (19%) auf 1,92 Mio. anwachsen. Auf Niederösterreich entfällt damit noch vor der Bundeshauptstadt Wien das langfristig höchste Bevölkerungswachstum aller Bundesländer. In Wien ist es nur kurzfristig etwas höher als in Niederösterreich.

In Oberösterreich wird das prognostizierte Bevölkerungswachstum hingegen unter dem Bundestrend bleiben. Die Bevölkerungszahl wird von 1,41 Mio. (2010) auf 1,49 Mio. im Jahr 2030 (+6%) und weiter auf 1,53 Mio. (2050) steigen. Dann werden um 8% mehr Personen in Oberösterreich leben als 2010.

Auch die Bevölkerung Salzburgs wird in Zukunft wachsen. Derzeit leben im Land 531.000 Personen. 2030 werden es mit 559.000 um 5%, 2050 schließlich mit 568.000 um 7% mehr sein als derzeit. Anfänglich noch positive Geburtenbilanzen sowie die internationale Zuwanderung bewirken dieses Wachstum. Etwa ab dem Jahr 2030 dürfte Salzburg mehr Einwohner als Kärnten zählen und somit zum bevölkerungsmäßig sechstgrößten Bundesland aufgestiegen sein.

Für die Steiermark werden ebenfalls Bevölkerungszunahmen prognostiziert, die aber mittelfristig nur etwa halb so stark ausfallen wie im Bundestrend. Bis 2030 steigt die Einwohnerzahl von dzt. 1,21 Mio. auf 1,25 Mio. (+3%), bis 2050 schließlich auf 1,26 Mio. (+4%). Hier wird in erster Linie internationale Zuwanderung für das Wachstum verantwortlich sein.

Tirol wird weiterhin stärkere Bevölkerungszuwächse verzeichnen, die dem Bundestrend entsprechen. Die Bevölkerungszahl wird hier von 707.000 (2010) bis 2030 um 7% auf 759.000 ansteigen sowie bis 2050 um 11% auf 786.000 Personen. Die anfänglich noch stark positive Geburtenbilanz sowie Zuwanderung bewirken diese Zuwächse.

Auch Vorarlberg wird bis 2050 wachsen. Derzeit leben im westlichsten Bundesland 369.000 Menschen. Im Jahr 2030 werden sie mit 401.000 um 8%, im Jahr 2050 schließlich mit 418.000 um 13% mehr sein als 2010. Neben Wien und Tirol wird Vorarlberg laut Prognose das einzige Bundesland sein, das 2030 noch eine positive Geburtenbilanz aufweisen wird.

Wien wird künftig vorerst noch das stärkste und langfristig knapp hinter Niederösterreich das zweitstärkste Bevölkerungswachstum aller neun Bundesländer erleben und sich gleichzeitig zum Bundesland mit der jüngsten Altersstruktur entwickeln. Grund dafür ist die starke Zuwanderung: Rund 37% der Zuwanderer aus dem Ausland siedeln sich in der Bundeshauptstadt an. Auch hat Wien schon längere Zeit nicht mehr die niedrigste Fertilitätsrate aller Bundesländer, sondern liegt seit einigen Jahren im Bundesschnitt. So wächst die Bevölkerung von 1,71 Mio. (2010) bis 2015 auf 1,76 Mio. (+3%) und weiter bis 2030 auf 1,88 Mio. (+11%). Bis 2050 wird die Bevölkerungszahl laut dieser Prognose zwei Millionen überschritten haben und mit 2,02 Mio. um 18% größer sein als 2010.

Regionalergebnisse der kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2009

Im Wiener Umland wächst die Bevölkerungszahl künftig am stärksten

Die Einwohnerzahl in den Städten und insbesondere in deren Umlandgebieten wird deutlich steigen, wobei der Großraum Wien besondere Dynamik zeigt. Strukturschwache, schwerer erreichbare Regionen werden hingegen an Bevölkerung verlieren.

2030 wird die Baby-Boom-Generation bereits in Pension sein

Österreichs Bevölkerung altert – das gilt für alle Regionen, allerdings zeigen sich im Detail doch eine Reihe von Unterschieden: Wo die Bevölkerung in erster Linie durch Zuwanderung steigt, wird die Alterung nicht so massiv ausfallen wie in Regionen mit Bevölkerungsrückgang. Im Großraum Wien ist sogar mit einer Zunahme an Kindern und Jugendlichen im Alter bis zu 19 Jahren zu rechnen. In abgeschwächtem Ausmaß gilt dies auch für einige andere Landeshauptstädte (Graz, Linz).

Die über 65-Jährigen werden zahlenmäßig als einzige Altersgruppe in Zukunft flächendecken zulegen. Dabei spielt weniger die steigende Lebenserwartung eine Rolle, sondern in erster Linie der Übertritt der starken Baby-Boom-Jahrgänge der frühen 1960-er Jahre ins Pensionsalter.

    
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Bevölkerungsentwicklung Österreichs 1950 bis 2050 nach breiten Altersgruppen

Bevölkerungspyramide für Österreich 2010, 2030 und 2050

Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern 2010 bis 2050

Bevölkerungsentwicklung nach Bundesländern und breiten Altersgruppen 2010, 2015, 2030 und 2050

Geburten und Sterbefälle 1951 bis 2050

Internationale Wanderungen 1961 bis 2050


Bevölkerungsveränderung von 2009 – 2050 nach Prognoseregionen

Bevölkerungsanteil von 65 und mehr Jahren nach Prognoseregionen

Bevölkerungspyramide 1952-2075




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