Aus demographischer Sicht sind zwei Komponenten für
die Veränderung der Bevölkerungszahl verantwortlich: die Geburtenbilanz
(Saldo aus Geburten und Sterbefällen) und die Wanderungsbilanz (Saldo
aus Zu- und Wegzügen). Das Bevölkerungswachstum Österreichs der vergangenen
zwei Jahrzehnte war dabei in erster Linie auf die positive Wanderungsbilanz
zurückzuführen. Insbesondere zwischen 1989 und 1993 sowie zwischen
2001 und 2005 verzeichnete Österreich besonders starke Wanderungsgewinne.
Die weitgehend ausgeglichene Geburtenbilanz trug dagegen vergleichsweise
wenig zum gegenwärtigen Bevölkerungswachstum bei.
Aktuelle Jahresergebnisse
Im Jahr 2011 wuchs die Bevölkerung Österreichs um
rund 0,5% (38.766 Personen), wobei der Bevölkerungszuwachs hauptsächlich
auf den positiven Wanderungssaldo zurückzuführen war. Auf Bundesländer-Ebene
zeigten sich jedoch gewisse Unterschiede: Während sich in Oberösterreich,
Salzburg, Tirol und Wien der Anstieg der Einwohnerzahl – ebenso wie
im Bundesdurchschnitt – größtenteils aus den Wanderungsgewinnen
ergab, resultierte in Vorarlberg das Bevölkerungswachstum zu rund zwei
Dritteln aus der positiven Geburtenbilanz und nur zum kleineren Teil
aus dem positiven Wanderungssaldo. Im Burgenland, in Niederösterreich
und der Steiermark gab es hingegen einen Sterbefallüberschuss, der
jedoch durch die teilweise starken Wanderungsgewinne mehr als ausgeglichen
werden konnte, so dass diese drei Bundesländer insgesamt ebenfalls
ein Bevölkerungswachstum im Jahr 2011 verzeichneten. Nur in Kärnten
ergab sich ein leichter Bevölkerungsrückgang (-0,1%), da der Sterbefallüberschuss
größer als der Wanderungsgewinn ausfiel.