Industrie

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Mit der Klassifikationsumstellung auf die ÖNACE 2008 kommen im Wirtschaftsatlas Österreich zwei verschiedene ÖNACE-Klassifikationen zur Anwendung. Bitte beachten Sie die jeweilige ÖNACE-Bezeichnung in den Texten, Tabellen und Grafiken (Weitere Informationen finden Sie in den „Besondere Hinweise zu den Daten“).

Das Kapitel Industrie präsentiert zahlreiche Wirtschaftsdaten (wie z.B. Strukturdaten, Kennzahlen und Indizes) zum Thema Industrie (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E bzw. ÖNACE 2003: Abschnitte C-E). Dabei stehen Zeitreihen ab dem Jahr 1995 nach der ÖNACE 2003 zur Verfügung. Aktuelle Statistiken, nach der neuen ÖNACE 2008, werden inklusive aller vorhandenen Rückrechnungen angeboten (siehe diesbezüglich auch „Besondere Hinweise zu den Daten“ unter dem Reiter „Hinweise/Hilfe“).

Knapp über 29.000 Unternehmen sind 2009 in diesem, in Österreich auch „Sachgüterbereich“ genannten, Wirtschaftsbereich tätig. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt naturgemäß im Bereich „Herstellung von Waren“ (ÖNACE 2008-Abschnitt C). Hier waren 2009 allein 25.319 Unternehmen tätig, die mit 606.526 Beschäftigten Umsatzerlöse von über 143 Mrd. Euro erzielten.

Wenn Sie an aktuellen Konjunkturdaten im Europäischen Vergleich interessiert sind, dürfen wir Sie auf die „Wichtigen Europäischen Wirtschaftsindikatoren“ verweisen.

Auch im gesamten Industriebereich ist wie bei den Bau- und Dienstleistungsbranchen die überwiegend kleinbetriebliche Struktur deutlich erkennbar. Nahezu drei Viertel (73,8%) aller Unternehmen arbeiten mit weniger als 10 Beschäftigten. Kräftige Fortschritte innerhalb der letzten Jahre gab es hinsichtlich der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in der Industrie (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E). So stieg der Anteil der Unternehmen mit Internet-Breitbandanschluss von 41,4% im Jahr 2003 auf 80,1% im Jahr 2009 an, ein Anteil der 2010 (74,6%) erstmals unter dem Niveau des Vorjahres blieb. Nachdem das Wirtschaftswachstum in der Industrie (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) 2009 einen deutlichen Einbruch von -12,5% verzeichnete, kam es 2010 mit einem Plus von 6,7% zu einer klaren Erholung und gleichzeitig zum stärksten Anstieg seit 1996. Der Anteil der heimischen Industrie (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung betrug 2010 21,4%. Obwohl die Arbeitsmarktzahlen des Jahres 2010 ein Minus von 8,9% aufweisen liegen sie immer noch 45,9% über dem Niveau von 2008.

Betrachtet man die Gesamtzahl der Unternehmen (siehe: Branchendaten nach Wirtschaftszweigen), waren 2009 die meisten Industrieunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) in der Branche „Herstellung von Metallerzeugnissen“ (3.860 Unternehmen) tätig, gefolgt von der „Herstellung von Nahrungs- und Futtermittel“ (3.624 Unternehmen) sowie der Branche „Herstellung von Möbeln“ mit 3.201 Unternehmen. Die Abteilung „Maschinenbau“ bot mit rund 73.000 Beschäftigten im Jahresdurchschnitt den meisten Personen im Sachgüterbereich einen Arbeitsplatz, knapp vor der Branche „Herstellung von Metallerzeugnissen“ mit rund 72.000 Beschäftigten. Die mit Abstand höchste Beschäftigungsintensität je Unternehmen zeigte sich in der Branche „Metallerzeugung und –bearbeitung“ mit durchschnittlich 209 Beschäftigten pro Unternehmen. Die höchsten Umsatzerlöse erzielten die Branchen „Energieversorgung“ mit 28,1 Mrd. Euro, „Maschinenbau“ mit 16,1 Mrd. Euro und „Metallerzeugung und -bearbeitung“ mit 13,6 Mrd. Euro. Trotz eines leichten Rückgangs der Exportintensität im Jahr 2009 auf 49,3% (2008: 51,0%) gilt der Export nach wie vor als Motor der heimischen Industriekonjunktur.

Innerhalb der einzelnen Bundesländer (siehe: Branchendaten nach Bundesländern) zeigt sich folgendes Bild: Die meisten Industriebetriebe (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) waren 2009 in Oberösterreich (6.080 Betriebe) und in Niederösterreich (5.580 Betriebe) angesiedelt, das Schlusslicht bildet das Burgenland mit 1.046 Industriebetrieben. Der Großteil der Industriebetriebe ist im ÖNACE 2008-Abschnitt C „Herstellung von Waren“ angesiedelt österreichweit sind 86,8% Industriebetriebe in diesem Bereich tätig. Betrachtet man die Betriebserlöse pro Betrieb im österreichischen Durchschnitt, der 2009 für die ÖNACE 2008-Abschnitte B bis S (ohne 94 u. 96) rund 2,0 Mio. Euro betrug, so lagen diese im Bereich Herstellung von Waren bei 5,6 Mio. Euro pro Betrieb. Regional betrachtet konnte diesen Wert Oberösterreich mit 7,3 Mio. Euro deutlich übertreffen,  gefolgt von der Niederösterreich und der Steiermark mit 6,3 Mio. Euro bzw. 6,1 Mio. Euro. Im Wirtschaftsbereich Energieversorgung (ÖNACE 2008: Abschnitt D) lagen die Betriebserlöse pro Betrieb sogar bei 17,6 Mio. Euro, deutlich über diesen Wert lag Wien mit erwirtschafteten 173,3 Mio. Euro pro Betrieb. Auch die Jahresbruttogehälter je unselbständig Beschäftigtem, welche im Österreichschnitt (ÖNACE 2008: Abschnitte B-N; Abt. 95) 31.464 Euro betrugen, wurden 2009 von der Energieversorgung angeführt und lagen mit 57.594 Euro österreichweit an der Spitze, wobei der Verdienst in Niederösterreich mit 68.279 Euro in dieser Branche am höchsten war. Im Bereich Herstellung von Waren (ÖNACE 2008: Abschnitt C) lagen die durchschnittlichen Gehälter pro unselbständig Beschäftigtem bei 37.007 Euro. Hier dominierte Wien mit 47.114 Euro pro Beschäftigtem, während im Burgenland das Durchschnittsgehalt bei nur 29.228 Euro lag.

Im EU-Vergleich (siehe: Branchendaten im EU-Vergleich) zeigt sich, dass 2008 im Industriebereich (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) die fast 2,2 Mio. Unternehmen in den 27 EU-Staaten mit ihren beinahe 37 Mio. Beschäftigten Umsatzerlöse pro Beschäftigten von ca. 237.000 Euro erzielten und pro Beschäftigen einen durchschnittlichen jährlichen Personalaufwand von mehr als 35.000 Euro aufwiesen. Das Investitionsvolumen erreichte ca. 294 Mrd. Euro. Im Gegensatz dazu erzielten im Berichtsjahr 2008 die 29.924 österreichischen Industrieunternehmen mit insgesamt 684.603 Beschäftigten Umsatzerlöse von 197,0 Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Umsatzerlös pro Beschäftigten von 287.769 Euro, womit Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt. Der Personalaufwand für die 664.247 unselbständig Beschäftigten schlug sich mit 31,8 Mrd. Euro zu Buche, daraus ergibt sich ein jährlicher Personalaufwand pro unselbständig Beschäftigten von 47.867 Euro, womit auch hier Österreich über dem EU-Durchschnitt rangiert.

Der Verlauf des Produktionsindex (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) zeigt, dass sich im Jahr 2010 die österreichischen Industriebetriebe nach einem Rückgang der Produktion im Jahr 2009 von 11,8% im Jahresvergleich gegenüber dem Vorjahr mit einem Plus von 6,8% wieder steigern konnten. Während der Index der unselbständig Beschäftigten im Zeitraum 1996 bis 2008 nahezu unverändert blieb, fiel er 2009 um 4,3%. Auch im Jahr 2010 ist wieder ein Rückgang von 2% zu verzeichnen. Nach stetig steigenden Tendenzen, fällt im Jahr 2010 nun auch der Arbeitskostenindex erstmals um 1,2% gegenüber dem Vorjahr. Der Erzeugerpreisindex wies 2009 den stärksten Rückgang (-1,6%) gegenüber dem Vorjahr seit dem Jahr 2000 auf, zeigt im Jahr 2010 aber bereits wieder eine Steigerung von 2,7%. Der Investitionsgüterpreisindex stieg kontinuierlich an und verzeichnet im Jahr 2010 einen Anstieg von 2,1% gegenüber dem Vorjahr.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (unter dem Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

  • Tabelle(n)
  • Grafik(en)
  • Weitere Informationen
  • Hinweise / Hilfe
  • Spezielle Auskünfte
Ausgewählte Merkmale für die Herstellung von Waren (ÖNACE 2008: Abschnitt C) im europäischen Vergleich 2008HTMLPDFXLSX
Industrieunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) - Ausgewählte Strukturmerkmale 2009HTMLPDFXLSX
Industrieunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitt B-E) - Ausgewählte Wirtschaftskennzahlen 2009 nach BeschäftigtengrößenklassenHTMLPDFXLSX
Eckdaten in der Industrie (ÖNACE 2003: Abschnitte C-E) für die EU27, Österreich und Nachbarländer: 2007 und Entwicklung seit 2000HTMLPDFXLS
Eckdaten von Herstellung von Waren (ÖNACE 2008: Abschnitt C) nach Bundesländern 2009HTMLPDFXLSX
Prozentuelle Verteilung der Wirtschaftsdaten im Produzierenden Bereich (ÖNACE 2008: Abschnitte B-F) 2009 in %HTMLPDFXLSX
Entwicklung ausgewählter Indizes in der Industrie (ÖNACE 2008: Abschnitte B-E) seit 1996HTMLPDFXLSX


Entwicklung des Personalaufwands je unselbständig Beschäftigtem in der Sachgütererzeugung &x28;ÖNACE 2003: Abschnitt D&x29; im europäischen Vergleich

Wirtschaftswachstum in der Industrie &x28;ÖNACE 2008: Abschnitte B-E&x29; 1996 bis 2010 real

Verteilung der Wirtschaftstätigkeiten im Produzierenden Bereich &x28;ÖNACE 2008: Abschnitte B-F&x29; 2009 für ausgewählte Merkmale

Ausgewählte Indizes für die Industrie 1996 bis 2010 &x28;ÖNACE 2008: Abschnitte B-E&x29;: Produktionsindex, Index der geleisteten Arbeitsstunden, Auftragseingangsindex

Entwicklung der Umsatzerlöse je Beschäftigtem in der Sachgütererzeugung &x28;ÖNACE 2003: Abschnitt D&x29; im europäischen Vergleich

Betriebserlöse pro Beschäftigten in der Industrie &x28;ÖNACE 2008: Abschnitte B-E&x29; 2009 nach Bundesländern


Wie verwende ich den Wirtschaftsatlas

Besondere Hinweise zu den Daten (PDF, 294KB)

Glossar (PDF, 266KB)

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