Branchendaten nach Wirtschaftszweigen

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Das Kapitel Branchendaten nach Wirtschaftszweigen stellt ausgewählte Wirtschaftsdaten und Kennzahlen der STATISTIK AUSTRIA aus den Produktions- und Dienstleistungsbereichen zu Ihrer Verfügung und umfasst die Bereiche Industrie, Bauwesen, Handel  und Dienstleistungen. Diese Daten werden bis zur ÖNACE 2-Steller-Ebene ausgewiesen und ermöglichen Ihnen somit einen detaillierten Branchenvergleich. Dabei stehen Zeitreihen ab dem Jahr 1995 nach der ÖNACE 2003 zur Verfügung. Aktuelle Statistiken, nach der neuen ÖNACE 2008, werden inklusive aller vorhandenen Rückrechnungen angeboten (siehe diesbezüglich auch „Besondere Hinweise zu den Daten“ unter dem Reiter „Hinweise/Hilfe“).

Im Jahr 2009 waren 297.484 Unternehmen in den Produktions- und Dienstleistungsbereichen (hierunter fallen die Bereiche Industrie, Bauwesen, Handel und Dienstleistungen nach der ÖNACE 2008) tätig und erzielten mit rund 2,7 Mio. Beschäftigten (selbständig und unselbständig) Umsatzerlöse in der Höhe von 608,4 Mrd. Euro bzw. eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 162,1 Mrd. Euro. Das Investitionsvolumen betrug rund 34,3 Mrd. Euro. Der Personalaufwand für die rund 2,4 Mio. unselbständig Beschäftigten belief sich auf 97,9 Mrd. Euro, daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Personalaufwand pro unselbständig Beschäftigtem von ca. 40.700 Euro. Dieser Wert wurde von den ÖNACE 2008 Branchen Energieversorgung (77.572 Euro) und Finanz- und Versicherungsleistungen (64.261 Euro) deutlich übertroffen, während er mit 21.026 Euro in dem ÖNACE 2008 Abschnitt I - Beherbergung und Gastronomie und mit 28.176 Euro in dem Abschnitt N - Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen weit unter dem Durchschnittswert lag (zu beachten ist dabei, dass diese Kennzahl auf Basis von Beschäftigungsverhältnissen und nicht in Vollzeitäquivalenten gemessen wurde).

Vergleicht man die Ergebnisse des Produzierenden Bereichs (ÖNACE 2008 B bis F) mit den Ergebnissen des Dienstleistungsbereichs (ÖNACE 2008 Abschnitte G bis N und Abteilung S95), so fällt auf, dass knapp mehr als vier Fünftel (80,1%) der Unternehmen im Dienstleistungsbereich (inkl. Handel) tätig sind. Dieser stetig wichtiger werdende Bereich entwickelte sich in den vergangenen Jahren sehr dynamisch und bietet immer mehr Personen einen Arbeitsplatz. 2009 waren im Dienstleistungsbereich (inkl. Handel) mehr als 1,7 Mio. Personen beschäftigt (1995 waren es rd. 1,2 Mio.), davon 613.000 alleine im Handel. Nur rund 59.100 Unternehmen sind in Österreich in der Produktion (ÖNACE 2008 B bis E) und im Bauwesen (ÖNACE 2008 F) zu finden. Allerdings beschäftigten diese sehr traditionellen Säulen der heimischen Wirtschaft zusammen rund 933.000 Personen und erwirtschafteten 2009 einen Umsatz von rund 217 Mrd. Euro. Allein im Bau waren 2009 rund 274.000 Personen beschäftigt. Gemessen an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten entfielen 2009 39,0% auf den Produzierenden Bereich und 60,1% auf den Dienstleistungsbereich. Bei den Bruttoinvestitionen hatten die Dienstleistungen mit einem Anteil von beinahe drei Viertel (712,1%) ein deutliches Übergewicht.

Das Wirtschaftswachstum entwickelte sich seit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union insgesamt beständig, jedoch mit Schwankungen in einzelnen Branchen im Zeitverlauf. Die österreichische Wirtschaftsleistung stieg im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 2,3% und kehrte nach einer negativen Entwicklung (2009: -3,8%) im Vorjahr wieder auf den positiven Pfad zurück. Von dieser positiven Entwicklung profitierten im Bereich Industrie (ÖNACE 2008 B bis E) besonders die Branchen „Reparatur/Installation v. Maschinen“ (+32,3%), „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ (+25,8%) sowie die „Metallerzeugung und –bearbeitung“ (+20,4%). Während der Einzelhandel lediglich ein leichtes Wachstum von 1,8% gegenüber dem Vorjahr aufwies, verzeichnete der Großhandel eine Steigerung von -4,2%. Auch der Dienstleistungsbereich (inkl. Handel) (ÖNACE 2003 G bis K) zeigte größtenteils eine positive Entwicklung gegenüber dem Vorjahr, wobei die Branche „Flugfahrt“ mit 30,9% den mit Abstand größten Anstieg aufwies. Mit einem Minus von 15,5% ergab sich für das „Verlagswesen“ der größte Rückgang im Dienstleistungsbereich im Jahr 2010.

Betrachtet man die einzelnen Wirtschaftsbereiche nach ÖNACE-Abschnitten, so zeigt sich, dass 2009 auf die „Herstellung von Waren“ (ÖNACE 2008 C) mit 25,4% der höchste Wertschöpfungsanteil (Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten) aller Produktions- und Dienstleistungsbetriebe entfiel. In diesem Bereich wirtschafteten 2009 25.319 Unternehmen. Mit einem Anteil von 24,5% waren hier auch die meisten unselbständig Beschäftigten tätig, dies waren in absoluten Zahlen ausgedrückt 588.632 Personen. Die Zahl der Beschäftigten insgesamt (Selbständige und Unselbständige) betrug 2009 im Bereich „Herstellung von Waren“ 606.526. Gemessen an der Anzahl der Unternehmen hatte der Bereich „Handel“ (ÖNACE 2008 G) den größten Anteil (nämlich 73.038 mit 612.872 Beschäftigten insgesamt), die 33,1% der Umsatzerlöse aller Produktions- und Dienstleistungsbetriebe erzielten. Im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ waren 2009 44.089 Unternehmen tätig, die 258.901 Personen beschäftigten.

Im Branchenvergleich ergibt sich bei der Analyse der Variable Umsatz pro Beschäftigtem folgendes Bild: Während im Österreichschnitt im Jahr 2009 ein durchschnittlicher Umsatz pro Beschäftigtem von 228.470 Euro erzielt werden konnte, betrug dieser in der „Energieversorgung“ (ÖNACE 2008 D) 993.475 Euro, im Bereich “Finanz- und Versicherungsleistungen“ (ÖNACE 2008 K) 520.322, im „Bergbau“ (ÖNACE 2008 B) 319.326 und im „Handel“ (ÖNACE 2008 G) 328.776 Euro. Hingegen konnten 2009 im Bereich „Beherbergung und Gastronomie“ nur 55.847 Euro Umsatz pro Beschäftigtem erwirtschaftet werden.

Die Industrie (ÖNACE 2008 B bis E) lag 2009 hinsichtlich der Bruttowertschöpfung pro Beschäftigtem mit rund 74.500 Euro deutlich über jener des Bauwesens mit nur ca. 52.000 Euro. Die insgesamt umsatzstärksten Branchen in der Industrie waren die „Energieversorgung“ (28,1 Mrd. Euro) und der „Maschinenbau“ (16,1 Mrd. Euro), gefolgt von „Metallerzeugung und -bearbeitung“ (13,6 Mrd. Euro). Den höchsten durchschnittlichen Umsatz pro Unternehmen verzeichnete in der Industrie mit 83,9 Mio. Euro und einer durchschnittlichen Zahl von 209 Beschäftigten die Branche „Metallerzeugung und -bearbeitung“.

Die Bereiche Handel (ÖNACE 2008 G) und Dienstleistungen (ÖNACE 2008 H bis N, 95) erwirtschafteten im Jahr 2009 mit rund 43.200 Euro im Handel und rund 64.800 Euro bei den Dienstleistungen eine niedrigere Bruttowertschöpfung pro Beschäftigtem als die Industrie (74.500). Im Dienstleistungsbereich verzeichneten die Unternehmen der Branche „Versicherungen und Pensionskassen“ mit 270,0 Mio. Euro den höchsten durchschnittlichen Umsatz pro Unternehmen und mit 405 Beschäftigten pro Unternehmen die höchste Beschäftigtendichte. Gemessen an den Umsatzerlösen befindet sich die Branche „Versicherungen und Pensionskassen“ mit 19,2 Mrd. Euro an zweiter Stelle nach den „Finanzdienstleistungen“, die mit rund 44,4 Mrd. Euro die umsatzstärkste Branche des Dienstleistungsbereichs war.

Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“) zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.

  • Tabelle(n)
  • Grafik(en)
  • Hinweise / Hilfe
  • Spezielle Auskünfte
Produktions- und Dienstleistungsunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitte B - N; S95) - ausgewählte Strukturmerkmale 2009HTMLPDFXLSX
Ausgewählte Wirtschaftsdaten beschäftigungsintensiver Wirtschaftszweige (ÖNACE 2008)HTMLPDFXLSX
Ranking der ÖNACE 2008-Abteilungen nach ausgewählten Kennzahlen 2009HTMLPDFXLSX


Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Verteilung der Unternehmen

Wirtschaftswachstum gesamt und in ausgewählten Wirtschaftszweigen&x28;ÖNACE 2008: Abschnitte B-G&x29; 1996 bis 2010 real

Gegenüberstellung der Umsatzerlöse zu den Waren- und Dienstleistungskäufen in ausgewählten Branchen &x28;der ÖNACE 2008&x29; 2009


Wie verwende ich den Wirtschaftsatlas

Besondere Hinweise zu den Daten (PDF, 294KB)

Glossar (PDF, 266KB)

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