Pressemitteilung: 10.158-011/12

Anstieg industrieller Erzeugerpreise im November 2011 um 3,3%

Wien, 2012-01-19 – Der Index der Erzeugerpreise der Industrie, EPI 2010, erreichte im November 2011 nach Berechnungen von Statistik Austria 104,7 Punkte und stieg somit um 3,3% gegenüber November 2010. In den Monaten Oktober 2011 und September 2011 war die Jahresveränderungsrate bei +3,4% bzw. +3,5% gelegen. Damit lag die jährliche Teuerung der industriellen Erzeugnisse in den letzten drei Monaten jeweils über der 3-Prozent-Marke, der Trend zeigt jedoch nach unten. Gegenüber dem Vormonat Oktober 2011 erhöhte sich der Index um 0,2%.

Markanter Zuwachs bei Energiepreisen (+10,4%)

Am stärksten wurde die Jahresveränderungsrate im November 2011 (+3,3%) vom Anstieg der Energiepreise beeinflusst. Im Schnitt erhöhten sich diese um 10,4% gegenüber November 2010. Im Oktober 2011 und September 2011 lag die Jahresveränderungsrate für Energie bei 8,6% bzw. 8,8%. Deutliche Preissteigerungen verzeichnete die Energieversorgung, die um 6,8% gegenüber dem Vorjahresmonat anzog. "Dienstleistungen der Wärme- und Kälteversorgung" stiegen um 11,6%, "elektrischer Strom und Dienstleistungen der Elektrizitätsversorgung" um 4,4%. Ohne die Berücksichtigung der Preise für Energie wäre der Erzeugerpreisindex im Jahresabstand um lediglich 1,7% gestiegen.

Die Preise für Vorleistungsgüter lagen im November 2011 um 2,0% über dem Niveau des Vorjahresmonats (Oktober 2011: +2,8%, September 2011: +2,9%). Seit März 2011 verzeichneten die Vorleistungsgüter (Jahresveränderungsrate März 2011: +8,2%) einen kontinuierlichen Rückgang im Preisniveau. Zurückzuführen ist diese Entwicklung vorwiegend auf die rückläufige Teuerung im Bereich der Metallerzeugung und -bearbeitung (November 2011: +2,1%, Oktober 2011: +4,3%, September 2011: +4,8%). Preise von "Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen" sowie "Gießereierzeugnissen" gingen im November 2011 auf ein Plus von lediglich 0,6% gegenüber dem Vorjahresmonat zurück.

Hohe Preissteigerungen registrierten bei den Vorleistungsgütern die Produktgruppen "Chemiefasern" (+13,8%), "textile Spinnstoffe und Garne" (+13,3%) sowie "Gewebe" (+12,1%). Im Jahresabstand gesunken sind hingegen die Preise für "Elektromotoren, Generatoren, Transformatoren, Elektrizitätsverteilungs- und -schalteinrichtungen" (-0,9%) sowie für "Natursteine, Kies, Sand, Ton und Kaolin" (-0,8).

Investitionsgüter waren im November 2011 um 0,9% teurer als im Vergleichsmonat November 2010. Die Jahresveränderungsrate lag im Oktober 2011 bei +0,9% und im September 2011 bei +1,0%. Hohe Anstiege verzeichneten im November 2011 die Produktgruppen "Datenverarbeitungsgeräte und periphere Geräte" (+5,4%) sowie "Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnisse" (+2,2%). Die Preise für "land- und forstwirtschaftliche Maschinen" sowie "Teile für Zubehör von Kraftwagen" fielen um jeweils 0,3% gegenüber dem Vorjahresmonat.

Bei den Konsumgütern (durchschnittlich +2,3%) haben sich insbesondere die Preise für Lebensmittel in den letzten drei Monaten spürbar verteuert, z.B. "haltbar gemachtes Fleisch und Fleischerzeugnisse" (November 2011: +7,3%, Oktober 2011: +8,4%, September 2011: +7,4%), "Back- und Teigwaren" (November 2011: +6,3%, Oktober 2011: +7,2%, September 2011: +7,5%) sowie "Milch und Milcherzeugnisse" (November 2011: +5,7%, Oktober 2011: +6,2%, September 2011: +5,3%).

+0,2% Preiserhöhung gegenüber Vormonat

Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2011 erhöhte sich der Index um 0,2%. Die Erzeugerpreise stiegen vor allem im Bereich der "Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden" (+1,2%) sowie im Bereich der "Getränkeherstellung" (+0,8%). Verbilligungen gegenüber dem Vormonat gab es im Bereich der "Herstellung von Textilien" (-0,5%) sowie in der "Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren" (-0,3%).

Detaillierte Ergebnisse bzw. weitere Informationen zum Erzeugerpreisindex der Industrie finden Sie auf unserer Webseite.

Methodische Informationen, Definitionen: Im Basisjahr einer Indexperiode wird die durchschnittliche Jahresmesszahl auf 100 normiert. Die Indexreihe wird mit dem Basisjahr bezeichnet, d. h., die durchschnittliche Messzahl des Index der Erzeugerpreise der Industrie beträgt im Jahr 2010 100,0.  
Investitionsgüter sind Güter, die zur Erstellung und Weiterverarbeitung von Waren angeschafft werden, wie z. B. Maschinen, Datenverarbeitungsgeräte oder Metalltanks.

Rückfragen zum Erzeugerpreisindex für Sachgüter beantwortet in der Dir. Volkswirtschaft, Statistik Austria:  
Mag. Ingrid VRABEC, Tel.: +43 (1) 71128-8103 bzw. ingrid.vrabec@statistik.gv.at 

 

Industrieller Erzeugerpreisindex1) (Gesamtindex) 2010=100
 Basisjahr 2005% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2010Jänner106,60,3–0,8
 Februar106,90,3–0,4
 März107,50,60,5
1. Quartal 2010 107,00,7–0,3
 April108,40,82,6
 Mai109,20,72,9
 Juni109,80,53,5
2. Quartal 2010 109,12,02,9
1. Halbjahr 2010 108,1-1,4
 Juli110,20,44,2
 August110,40,24,0
 September110,60,23,3
3. Quartal 2010 110,41,23,8
 Oktober 110,60,04,1
 November110,90,34,2
 Dezember111,60,65,0
4. Quartal 2010 111,00,54,4
Jahresdurchschnitt 2010 109,4-2,7
 Basisjahr 2010% Vormonat/ 
-periode
% Vorjahresmonat/ 
-periode
2011Jänner102,50,55,2
 Februar102,90,45,3
 März103,60,75,4
1. Quartal 2011 103,01,55,3
 April104,20,65,1
 Mai104,40,24,6
 Juni104,3–0,13,9
2. Quartal 2011 104,31,34,5
1. Halbjahr 2011 103,7-5,0
 Juli104,30,03,6
 August104,1–0,23,2
 September104,60,53,5
3. Quartal 2011 104,30,03,4
 Oktober*)104,5–0,13,4
 November*)104,70,23,3

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